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50 Jahre Demokratie in Tibet
Text: Tang Tao Fotos: Duan Wei und Wu Liang
 

Das Autonome Gebiet Tibet wurde im Jahr 1951 friedlich befreit, befand sich aber bis zum 28. März 1959 noch in der feudalen Leibeigenschaft. Damals lebten mehr als eine Million Tibeter als Leibeigene in schrecklicher Armut.

 

Im März 1959 zerrissen die früheren herrschenden Kreise in Tibet die ,,17 Vereinbarungen“ und entfesselten eine bewaffnete Rebellion, um China zu zersplittern. Diese bewaffnete Rebellion wurde in kurzer Zeit niedergeworfen und eine demokratische Reform begann. Die demokratische Reform hat die über 1000 Jahre dauernde feudale Leibeigenschaft in Tibet gründlich zerschlagen. Dadurch bekamen die früheren Leibeigenen den Boden, das Haus, die Haustiere und ein neues Leben. Sie sind von Leibeigenen ohne persönliche Freiheit zu Herren des Autonomen Gebiets geworden.

 

Am 19. Januar 2009 nahm das gesetzgebende Organ im Autonomen Gebiet Tibet einen Antrag an. Nach diesem Antrag wird der 28. Tag im März jedes Jahres als ,,Befreiungstag von einer Million Leibeigenen“ in Tibet gefeiert. Der ,,Befreiungstag von einer Million Leibeigenen“ ist ein Gedenktag für die demokratische Reform vor 50 Jahren.

Von Leibeigenen zu Herren des Landes

 

Vor 50 Jahren befand sich Tibet noch in der Zeit der Vereinigung der Religion mit der Politik. Es herrschte eine feudale Leibeigenschaft, in der Unwissenheit, Graumsamkeit und Rückständigkeit an der Tagesordnung waren.

 

Schon vor der mongolischen Yuan-Dynastie (1271 n. Chr. – 1368 n. Chr.) gab es in Tibet die Leibeigenschaft. Vor dem Jahr 1959 besaßen die Grundherren, deren Zahl nur 5 Prozent der gesamten Bevölkerung ausmachte, alle Produktionsmittel und alle Ressourcen an Kultur und Ausbildung. Aber die Leibeigenen, deren Zahl 95% ausmachte, hatten keine Produktionsmittel und keine persönliche Freiheit. Sie wurden von den Grundherren bitter ausgebeutet und unterdrückt.

 

Im Tibetischen Museum und im Archiv des Autonomen Gebiets Tibet sind über diese Frage historische Materialien wie Bilder und Schriften erhalten. Diese Materialien zeigen uns, dass die Grundherren keine Menschlichkeit kannten und die Leibeigenen keine Menschenrechte hatten.

 

Seit dem März 1959 führte die Zentrale Volksregierung in Tibet demokratische Reformen durch. Durch demokratische Reformen wurde die feudale Leibeigenschaft gründlich zerstört, die Leibeigenen erhielten Rechte für ihre persönliche Freiheit. Es wurde das gesamte Gesetzbuch im früheren Tibet annulliert, d.h. unzivilisierte gesetzliche Strafen wurden abgeschafft und private Strafanstalten abgerissen. Die Verfassung und Gesetze der Volksrepublik China haben den Tibetern erstmals persönliche Sicherheit gewährgeleistet.

 

Die demokratische Reform in Tibet hat das System der Leibeigenschaft abgeschafft. Das Ackerland der Grundherren, die an der Rebellion teilgenommen hatten, wurde kostenlos an die Leibeigenen verteilt. Für den Boden und andere Produktionsmittel der anderen Grundherren wurde eine Loskaufspolitik angewandt. Die Grundherren, die nicht an der Rebellion teilnahmen, besaßen eine Bodenfläche von 900 000 ke (15 ke = 1 Hektar) und mehr als 820 000 Haustiere. Der Boden und die Haustiere wurden vom Staat mit einem Geldbetrag von 45 Millionen Yuan ausgelöst.

 

1961 wurde im Autonomen Gebiet Tibet zum ersten Mal eine allgemeine Wahl durchgeführt und die Leibeigenen erhielten zum ersten Mal demokratische Rechte. Seit der Gründung des Autonomen Gebiets im Jahr 1965 hat das tibetische Volk das von der Verfassung gegebene aktive und passive Wahlrecht. Die Kader der tibetischen Nationalität und der anderen nationalen Minderheiten sind der Hauptteil der Kader von Tibet.

 

Die demokratischen Reformen beendeten das politische System der Vereinigung der Religion mit der Politik und errichteten das politische System der Volksdemokratie. Nach der Verfassung der Volksrepublik China hat das tibetisches Volk ganz wie die Völker aller Nationalitäten des Landes alle politische Rechte, die von den Gesetzen gegeben werden.

 

Zur Zeit nehmen bei den Kadern auf der Provinzebene die Kader der tibetischen Nationalität und der anderen nationalen Minderheiten 70,42% ein, und von 74 Kadern auf der Kreisebene und 682 Kadern auf der Gemeinde-Ebene machen die Kader der tibetischen Nationalität und der anderen nationalen Minderheiten mehr als 86% aus.

Aufbau der industriellen Basis und der Kultur

 

Xigaze ist die zweitgrößte Stadt in Tibet. Bis Ende des 20. Jahrhunderts hatte Xigaze großen Mangel an Wasser. Das Wasserversorgungsprojekt war Ende des 20. Jahrhunderts eines der 62 Tibet-Unterstützungsbauprojekte. Das Projekt umfaßt ein Wasserwerk mit einer Tageswasserversorgungskapazität von 20 000 Tonnen. Im August 1995 wurde das Bauprojekt fertiggestellt und in Betrieb genommen. Seit der Fertigstellung des Projekts wird die ganze Stadt mit 80 000 Bewohnern problemlos mit Wasser versorgt. Das hat für die zukünftige Entwicklung günstige Bedingungen geschaffen.

 

Um den besonders rückständigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zustand von Tibet zu verbessern und die Selbstentwicklungsfähigkeit von Tibet zu verstärken, hat die Zentrale Volksregierung in 50 Jahren eine Reihe von politischen Maßnahmen durchgeführt. Auf den Gebieten der Arbeitskräfte, der materiellen Ressourcen und der finanziellen Mittel wurde dem Autonomen Gebiet Tibet große Unterstützung zuteil. Große Menge von Personal, Geldmitel, Gütern und Materialien wurden von anderen Landesteilen nach Tibet transportiert. Mit dieser Unterstützung begann Tibet mit dem Aufbau der Grundanlagen wie Energiequellen, Verkehr, Fernmeldewesen usw.

 

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte Tibet kaum über moderne Industrie und Verkehrsanlagen verfügt. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte Tibet keine industrielle Basis. Es gab nur Handwerk, Landwirtschaft und Viehzucht. Seit der Reform und Öffnung legt die Zentrale Regierung großen Wert auf die Entwicklung von Westchina, besonders von Tibet. Von den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts hatte die Zentrale Regierung vier Arbeitskonferenzen zu Tibet einberufen und insgesamt 222 Schwerpunktaufbauprojekte für Tibet festgelegt. Die 222 Schwerpunktaufbauprojekte beziehen sich auf die Bereiche von Energiequellen, Verkehr, Post- und Fernmeldewesen, Industrie, Landwirtschaft, Wasserwirtschaftswesen, Kultur und Erziehung, Medizin usw.. Nach dem ,,11. Fünfjahresplan“ von Tibet werden im 21. Jahrhundert in Tibet 180 Aufbauprojekte mit einer Gesamtinvestition von 100 Milliarden Yuan entstehen. Die Investition in diese Aufbauprojekte wird den Grundaufbau von Tibet verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung von Tibet fördern.

 

Die tibetische Medizin ist eine glänzende Perle in der nationalen tibetischen Kultur. Im frühen 8. Jahrhundert entstand in Tibet die erste Hochschule für tibetische Medizin. An dieser Hochschule wurden mehr als 1000 Ärzte und Lehrer der tibetischen Medizin ausgebildet. In mehr als 1000 Jahren erlebte die tibetische Medizin mehrmals Aufstieg und Niedergang. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in Lhasa nur 3 kleine staatliche medizinische Einrichtungen mit etwa 100 Beschäftigten. Die 3 medizinischen Einrichtungen boten ihre Dienstleistungen hauptsächlich für hohe Beamte, vornehme Persönlichkeiten und Mönche aus der Oberschicht an..

 

Nach der demokratischen Reform im Jahr 1959 belebte sich die traditionelle tibetische Medizin unter der Unterstützung der Zentralen Regierung. Es wurden verschiedene Krankenhäuser für tibetische Medizin und viele Hochschulen für tibetische Medizin in Tibet und in den Binnengebieten unseres Landes gegründet. 1989 wurde die Hochschule für tibetische Medizin des Autonomen Gebiets Tibet in Lhasa gegründet. Sie ist eine reguläre Hochschule und sowohl auch im Inland, als auch auf der Welt die größte Hochschule für traditionelle tibetische Medizin.

 

Seit 1959 haben die Zentrale Regierung und die örtliche Regierung von Tibet in 50 Jahren großen Wert auf medizinische Betreuung und Gesundheitsfürsorge, und gleichzeitig auf das Erziehungswesen in Tibet gelegt. Heute hat sich in Tibet bereits  ein relativ vollständiges modernes Erziehungssystem entwickelt. Seit der demokratischen Reformen wird in Tibet der Unterricht für Grundschüler und Mittelschüler in Tibetisch und Chinesisch abgehalten. In Tibet genießen das Erlernen, die Benutzung und die Entwicklung von Tibetisch gesetzlichen Schutz.

 

Seit der Reform und Öffnung hat die Regierung in Beijing, Shanghai, Chengdu und Chongqing spezielle Grund- und Mittelschulen für Kinder der tibetischen Nationalität gegründet. In diesen Schulen können tibetische Kinder die in den Gesetzen zur allgemeinen Schulpflicht garantierte Ausbildung bekommen.

 

Zur Förderung der modernen wissenschaftlichen und technischen Entwicklung von Tibet hat China eine große Menge Geldmittel in wissenschaftliche Forschungen auf vielen Gebieten investiert. In den 30 Jahren seit der Reform und Öffnung hat man in Tibet viele Erkenntnisse in der wissenschaftlichen Forschung erzielt.

Wirtschaftsentwicklung und Umweltschutz

 

Nach der demokratischen Reform im Jahr 1959 in Tibet stand die Zentrale Regierung zuerst vor einem schwierigen Problem – Beseitigung der Armut in Tibet. Die Beseitigung der Armut war eines der Hauptarbeitsziele der Regierung. Vom Jahr 1959 bis Ende des 20. Jahrhunderts hat die Zentrale Regierung eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, um Bauern und Viehzüchtern Hilfe zu leisten. Ende des 20. Jahrhunderts wurde das ganze Autonome Gebiet aus der Armut geführt und im wesentlichen mit Kleidung und Nahrung ausreichend versorgt.

 

In den 50 Jahren seit der demokratischen Reform ist der Lebensstandard der Tibeter deutlich gestiegen. Eine Statistik aus dem sozialwirtschaftlichen Institut im Chinesischen Zentrum für tibetische Wissenschaft liefert uns folgende Daten: Die Bauern und Viehzüchter in Tibet hatten vor der demokratischen Reform im Jahr 1959 fast kein Einkommen. Bis zum Jahr 1978 betrug das Pro-Kopf-Jahresnettoeinkommen 175 Yuan, bis zum Jahr 1985 500 Yuan, bis zum Jahr 1997 mehr als 1000 Yuan, bis zum Jahr 2005 über 2000 Yuan, bis zum Jahr 2007 2788 Yuan und im Jahr 2008 3170 Yuan. Seit dem 16. Nationalen Volkskongreß der Kommunistischen Partei Chinas im November 2002 erzielte das Pro-Kopf-Jahresnettoeinkommen einen durchschnittlichen Zuwachs von 12,9%.

 

Heute kann man in Lhasa ein modernes Leben der Tibeter sehen. Bis Ende 2007 gab es allein in Lhasa nahezu 50 000 private Autos, die Pro-Kopf-Wohnfläche erreichte 32,7 Quadratmeter. Moderne Haushaltselektrogeräte wie Farbfernseher, Kühlschrank, Waschmaschine usw. und auch Handy sind heute allgemeine alltägliche Verbrauchsgüter von Tibetern.

 

Im Laufe der Wirtschaftsentwicklung hat Tibet auch großen Wert auf den Umweltschutz gelegt. Seit der demokratischen Reform im Jahr 1959 in Tibet wurden in Tibet eine Reihe von Ma-nahmen, Gesetze und Verordnungen für den Umweltschutz festgelegt. 1990 wurde das Umweltschutzkomitee des Autonomen Gebiets Tibet gegründet. Außerdem wurde eine über moderne Geräte verfügende Umweltkontrollstation gegründet. Durch eine Reihe erfolgreicher Umweltschutzmaßnahmen sind heute in Tibet die Wälder, wilde Tiere und Wasserressourcen gut erhalten.

 

Tibet verfügt über reiche Ressourcen an der geothermischen Energie, der Wasserkraft und der Sonnenenergie. Heute sind Wasserkraftwerke und Erdwärmekraftwerke im ganzen Autonomen Gebiet verbreitet. In den letzten Jahren war Tibet auf dem Gebiet der Nutzung der Sonnenenergie in China führend.

 

Tibet verfügt zur Zeit über gut erhaltene Urwälder mit einer große Fläche, es ist eines der Gebiete mit den reichsten Waldressourcen in China. 11,31 Prozent des Bodens ist mit Wald bedeckt. Tibet liegt im ganzen Land beim Arteinreichtum wilder Tiere auf dem dritten Platz und bei der Zahl wilder Tiere auf dem ersten Platz. Bei der Fläche der Feuchtgebiete nimmt Tibet in China den ersten Platz ein. 90 Prozent der Feuchtbiotope sind nicht von der Menschheit zerstört worden, über 80 Millionen Hektar Weideland und über 200 000 Hektar Ackerland werden nicht durch Industrie verschmutzt, mehr als 1600 Seen befinden sich praktisch im Urzustand. Lhasa ist unter den Hauptstädten der Provinzen und Autonomen Gebiete Chinas die Stadt mit der besten Umweltqualität. In den letzten 50 Jahren haben in Tibet die Wirtschaftsentwicklung und der Umweltschutz große Erfolge erzielt.

Religion und Kulturerbe stehen unter Schutz

 

Tibet ist das heilige Land des tibetischen Buddhismus. Um den tibetischen Buddhismus unter staatlichen Schutz zu stellen, haben die Zentrale Regierung und die örtliche Regierung von Tibet seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mehr als 700 Millionen Yuan sowie große Menge Gold und Silber in die Renovierung einer großen Anzahl von religiösen Einrichtungen wie dem Potala und den Klöstern Jokhang (Dazhao), Sera, Gandan usw. investiert. Viele große religiöse Einrichtungen stehen unter staatlichem Schutz oder unter dem Schutz des Autonomen Gebiets Tibet.

 

Heute gibt es in Tibet 7 Vereinigungen der Buddhisten. Der tibetische Ortsverein der Vereinigung der Buddhisten Chinas hat die Tibetische Hochschule für Buddhismus, die Akademie für buddhistische Sutras und die Zeitschrift ,,Tibetischer Buddhismus“ gegründet. Die Chinesische Hochschule für tibetischen Buddhismus, die vom Staat gegründet wurde, ist eine Anstalt für die Ausbildung von akademisch hochqualifizierten Talenten für den tibetischen Buddhismus. Bis heute haben mehr als 100 höher qualifizierte Buddhisten und Mönche diese Hochschule besucht. Außerdem sind heute in Tibet Inhalt und Form von religiösen Veranstaltungen reichhaltig und vielfältig. In Tibet gibt es mehr als 40 traditionelle religiöse Feste.

 

Tibet verfügt über eine große Anzahl von nichtmateriellem Kulturerbe. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in Tibet einige spezielle Organisationen für Forschung und Schutz von Kultur- und Kunsterbe gegründet. Seit ihrer Gründung beginnen die Organisationen, die im ganzen Autonomen Gebiet weit verbreitete Volksliteratur und –kunst wie Theater, Tanz, Musik, Geschichte usw. zu sammeln. Sie haben mehr als 1000 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht und mehr als 30 Monographien für Literatur- und Kunstforschung verlegt. Seit 2003 führen die Zentrale Volksregierung und die Volksregierung vom Autonomen Gebiet Tibet die Arbeit zum Schutz des nichtmateriellen Kulturerbes in Tibet durch.

 

Tibet besitzt nicht nur einen ausgeprägten geschichtlichen und kulturellen Charakter, sondern auch ein modernes Leben. Die Barkhor-Straße (Bakuojie) im alten Stadtgebiet von Lhasa ist eine 1500 Meter lange Ringstraße mit dem Tempel Jokhang als Zentrum. Sie ist die älteste Straße von Lhasa und auch eine belebte Geschäftsstraße. An beiden Seiten dieser Straße stehen einige hundert Läden und mehr als 1000 Stände. Hier kann man Händler der tibetischen, der Hui- und der Han-Nationalität, aber auch Händler aus südasiatischen Ländern sehen.

 

Seit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie zwischen Golmud und Lhasa ist Tibet noch günstiger mit der Außenwelt verbunden, dadurch gehen immer mehr in- und ausländische Touristen nach Tibet. Für jeden Touristen ist Tibet ein schöner und geheimnisvoller Ort.

 

 

 
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