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In der Inneren Mongolei leben seit 90 Jahren Burjaten in der Steppe Hulunbuir. Diese mongolische Volksgruppe kommt aus dem heutigen Sibirien. Der Fotograf Wang Xuelin hat in einem fünfjährigen Projekt das Leben der Burjaten studiert und aufgezeichnet.
Die Burjaten waren einst nomadische Hirten und Jäger in den Wäldern und Steppen um den Baikalsee und im Äußeren Hinggan-Gebirge. 1207 schickte Dschingis Khan einen seiner jüngeren Brüder in die Wälder, um die Burjaten und benachbarte Volksgruppen zu unterwerfen. 1689 bewegte Russland die Qing-Dynastie zur Unterzeichnung des Vertrags von Nerchinsk. Darin wurde der Fluss Ergun als Grenze zwischen den beiden Reichen festgelegt. Das Land um den Baikalsee gehörte seitdem zu Russland. 1917 brach in Russland die Oktoberrevolution aus. Von den Bolschewiken besiegte Truppen zogen sich nach Sibirien zurück. Sie plünderten auch im Land der Burjaten und verschleppten junge Männer. Deshalb machten sich rund 700 Burjaten aus 160 Haushalten auf und zogen in die Steppe Hulunbuir am Fluss Xini. Dort gründeten sie 1918 das Banner der Burjaten. Sie brachten Sensen, Mähgeräte und aktuelle Viehzuchttechnologie in die Region.
Heute leben etwa 6500 Burjaten in Hulunbuir. Sie gelten als fleißig, offen, optimistisch und anpassungsfähig. Ihre Viehzuchtmethoden sind heute noch vorbildlich in China. Burjaten tragen besondere Trachten. Charakteristisch sind u.a. Hüte mit roten Bändern und geschlitzte lange Roben bei den Frauen. Durch russischen Einfluss backen die Burjaten in ihren Yurten oder Häusern auch in der Inneren Mongolei dunkles Brot (Chleba).
Wang Xuelin verbrachte fünf Jahre bei den Burjaten und dokumentierte ihr Leben. Dabei kann man sehen, dass die Burjaten bei aller Anpassungsfähigkeit ihre Traditionen weitgehend bewahrt haben.