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Der beginnende Frühling ist in Peking üblicherweise sehr kühl, als ich jedoch an einem Freitagnachmittag in der thailändischen königlichen Botschaft in China saß und auf darauf wartete, den Botschafter Rathakit Manathat zu interviewen, war es ein sonniger und milder Tag.
Im November 2008 waren die zwei Flughäfen von Bangkok in Folge der Proteste gegen die Regierung geschlossen. Der Tourismus, eine wichtige Wirtschaftsbasis von Thailand, wurde von den Ereignissen schwer getroffen. In Folge der unstabilen politischen Situation wurde das 14. Treffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN) vom letzten Dezember auf den 14. Februar 2009 verschoben. Die gastgebende Stadt wurde geändert und somit die kleine Küstenstadt Hua Hin ernannt. Somit bezieht sich das Interview von „China im Bild“ mit dem thailändischen Botschafter auf die derzeitige politische Situation und die Rückkehr zur Normalität, sowie das erneute ankurbeln der Tourismusindustrie und die Abhaltung des ASEAN Gipfels.
Für viele Chinesen sind Bangkok, Pattya und Phuket mehr als nur vertraute Namen. Seit der Reform und Öffnung Chinas, ist Thailand ein beliebtes Reiseziel für Chinesen geworden, wenn sie das erste Mal ins Ausland reisen. Es ist umso besser für diejenigen, die außerdem noch ein bisschen Englisch sprechen können, da sie in der Lage sind selbst organisierte Reisen in das reizvolle Land zu unternehmen. Eine kürzliche Umfrage, die auf einem beliebten chinesischen Internetportal durchgeführt wurde, fand heraus, dass trotz der tumultartigen Ereignisse in Thailand letztes Jahr, die Insel Phuket und Chiang Mai immer noch die führenden Reiseziele für Chinesen in Richtung Südostasien sind. „Man bekommt eine schier unglaubliche Zahl von Möglichkeiten in Thailand präsentiert. Sonnenliebhaber können in den Süden gehen, wo farbenprächtige Inseln in Fülle vorzufinden sind. Diejenigen, die sich für antike Kulturen interessieren, können in den Norden gehen, um Chiang Rai und Chiang Mai, die zwei ältesten thailändischen Städte, zu besuchen. Wer sich nicht bewegen will, der bleibt einfach in Bangkok. In der Stadt umherzuwandern und einzukaufen ist genug für einen fabulösen Urlaub.“, sagte ein Netizen namens Sunshine.
„Zunächst möchte ich mich bei den tausenden Touristen, besonders auch den vielen Chinesen, entschuldigen, die letztes Jahr an den thailändischen Flughäfen gestrandet sind. Aber ich kann Ihnen mit voller Überzeugung versichern, dass die thailändische Regierung und unser neuer Premierminister schwören, dass wir so etwas nicht ein zweites Mal passieren lassen“, versicherte der Botschafter im voraus vor dem Interview.
Mit dem Beginn des Jahres 2009 begann sich der thailändische Tourismusmarkt bereits zu erholen. Damit beginnen sich die Maßnahmen der thailändischen Regierung ihren Nutzen gegenüber dem Markt beizusteuern, beteuerte der Botschafter. „Wir werden unseren Markt differenzierter gestalten.“.
„Gewöhnlich wird der Tourismusmarkt in unterschiedliche Kategorien unterteilt, wobei die meisten mit der „Klasse A“, die Spitzenbewertung erhalten haben. Die thailändische Regierung hat dem Spitzenmarktsegment hohe Bedeutung zugemessen und eine Menge Paketprogramme für Touristen eingeführt, wie z.B. Golf- oder Flitterwochenprogramme. Wir verfügen über viele angesehene Marken und reizvolle Lokalitäten in Thailand. Einige davon sind relativ unbekannt und von chinesischen Touristen weniger besucht. Wir hoffen, dass chinesische Touristen das besichtigen und Einkaufen in Thailand genießen werden“, sagte Botschafter Manathat. Er äußerte den Wunsch, dass er gerne mehr chinesische Touristen in sein Land zurückkehren sehen möchte. „Sie werden Thailand als denselben zauberhaften, farbenfrohen und sicheren Platz wie zuvor vorfinden.“
Die thailändische Regierung hat verschiedene Werbeprogramme für die Tourismusbranche ins Leben gerufen. Im Juni dieses Jahres wird die „Amazing Thailand“ Verkaufsmesse 2009 stattfinden. Es ist ein jährlich stattfindendes, 3 Monate andauerndes, Verkaufsevent. Der Event bietet Einkaufen in Weltklasseformat, sowie eine große Varietät an ausgewählten Qualitätsprodukten und Dienstleistungen. Es werden spezielle Rabatte von 30 – 70 Prozent und Werbeangebote von den führenden Fachgeschäften, Einkaufszentren, Duty-Free Shops, Fluglinien, Hotels, Spa Wellness Zentren, Golfplätzen, Online Reisebüros, Juwelierläden und teilnehmenden Retail-Outlets, entlang der designierten Einkaufstraßen Bangkoks, angeboten. Ebenso finden spezielle Events in den beliebten Reisezielen wie Chiang Mai, Phuket, Pattaya, Hua Hin und Hat Yai statt.
Außerdem rückt derzeit das thailändische Neujahrsfest näher. Das thailändische Jahr, genannt Songkran, wird jedes Jahr vom 13. – 15. April gefeiert. Das Wort „Songkran“ ist vom Sanskrit abgeleitet und bedeutet den Beginn des neuen Sonnenjahres. Dem Naheliegend ist die nächstliegende Art und Weise das Fest zu begehen, mit Wasser zu werfen.
Jeder wird mit Wasser durchnässt. Zumal es auch die heißeste Periode des Jahres ist, wirkt dieser Brauch äußerst erfrischend. Songkran ist ein öffentlicher Tag für die Frühjahrsreinigung, welcher vom dem religiösen Glauben gestützt ist, dass alles weggewaschen werden muss, was alt und nutzlos ist, bevor es dem Besitzer Unglück bringt.
Außer dem Werfen mit Wasser, ist für die Leute das Begehen des Songkran Festes auch ein Anlass die buddhistischen Klöster zu besuchen, um zu beten und den Mönchen Essen zu spenden. Sie werden auch die Buddha-Bilder im eigenen Hauhalt und im Kloster reinigen, indem sie sanft Wasser, das mit einem thailändischen Duftstoff vermischt ist, über die Ikonen gießen. Die Menschen versprechen sich davon eine glückbringende Wirkung und das Erlangen von Wohlstand im Neuen Jahr. In vielen Städten, wie z.B. Chiang Mai, werden sämtliche Buddha-Ikonen der wichtigsten buddhistischen Klöster durch die Straßen getragen, so dass die Leute Wasser auf sie spritzen können, um sie rituell zu baden, während sie auf, mit Ornamenten dekorierten, Bahren vorbeiziehen. „Das diesjährige Songkran ist am kommen. Es ist wert, Thailand zu dieser Zeit einen Besuch abzustatten“, sagt der Botschafter.
Im Rahmen der fortwährenden Bemühungen die Wiederbelebung der Tourismusindustrie voranzutreiben, hat während unseres Interviews der Botschafter offenbart, dass die thailändische Regierung zugestimmt hat, die Gebühr für chinesische Touristenvisa, in einer dreimonatigen Periode von 5. März 2009 bis 4. Juni 2009, zu erlassen. Zielgerichtet auf die Belebung der Tourismusindustrie und die Stärkung der Wettbewerbsposition des Landes, um die Auswirkung der globalen Finanzkrise zu kompensieren, hat die thailändische Regierung viele neue Regelungen vereinbart. „Unsere Botschaft hat der Regierung einen Vorschlag gemacht, welcher beinhaltet, dass chinesischsprachige Hinweisschilder an den thailändischen Attraktionen hinzugefügt werden sollen, besonders an denjenigen Attraktionen, die besonders gerne von den chinesischen Touristen besucht werden.“
In Reaktion auf die globale Finanzkrise, werden konkrete Maßnahmen durch Initiative der thailändischen Regierung getroffen, wie der Botschafter äußert. „Wir haben sowohl kurz-, als auch langfristige Regelungen vereinbart. Im Fall der kurzfristigen Vereinbarungen, haben wir, wie auch viele andere Länder, so auch China, mehr oder weniger gleichartige Maßnahmen eingeleitet. Es wurden große Investitionen in die Schaffung von Infrastruktur, Transit-Systeme und Projekte des Gewässerschutzes getätigt.
Wir haben Regelungen in Kraft gesetzt, die vorteilhaft auf das tägliche Leben unserer Bevölkerung sind, den Konsum ankurbeln und Unterstützung für die Bürger mit niedrigem Einkommen bieten. Unsere Regierung hat außerdem eine Regelung zu einer 6 Monate langen Befreiung von Strom- und Wasserkosten für die Bevölkerung getroffen. Wir nehmen auch Anpassungen an den Regelungen für Bankzinsen vor.“
In Bezug auf langfristige Regelungen, nimmt die thailändische Regierung die Verbesserung der lokalen Rechtsprechung und des rechtlichen Rahmenwerks in den Fokus ihrer Bemühungen. Vorrangigere Gesetze und Regulierungen für die Verbesserung der Bedingungen von Thailands Investmentbranche, werden getroffen, um mehr ausländische Direktinvestitionen anzuziehen. „Wir glauben, dass diese Regelungen zu Gunsten der thailändischen Wirtschaft sind und das Wirtschaftswachstum beschleunigen. Wir heißen die Investoren, besonders aus dem asiatischen Raum, z.B. chinesische, willkommen, nach Thailand investieren.“
Seit der Herstellung der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1975, ist in den 34 Jahren China ein wahrer Freund seines Landes geworden, stellt Mr. Manathat fest. Wenn auch immer Thailand mit Schwierigkeiten konfrontiert war, reichte China seine helfende Hand.
„34 Jahre ist es her, seit der die beiden Länder diplomatische Beziehungen unterhalten. Unsere derzeitige Freundschaft ist lang anhaltend. Sie ist Zeugnis einer 34 Jahre anhaltender großer Verbesserungen und Errungenschaften in der Zusammenarbeit zwischen China und Thailand.“ Der Botschafter beschreibt die Freundschaft zwischen beiden Ländern als „verwandtschaftliches Verhältnis“. ‚Er sagt, dass in der internationalen politischen Arena, China einen verantwortungspflichtigen Einfluss hat. Thailand ist auch ein regional führendes Land und konnte in den letzten Jahren Zeugnis geben über das schnelle Wirtschaftswachstum. Einige Jahre zuvor haben China und Thailand vereinbart, ein multilaterales Handelsvolumen bis zu 50 Milliarden Dollar zu erreichen. „ Ich bin überzeugt, dass wir bis zum Jahr 2010 dieses Ziel erreichen werden.“
„Es gibt eine spezielle Besonderheit in der Sino-Thailändischen Beziehung. Zwei Leute teilen dasselbe Gefühl im Bezug auf mehrere Dinge. Als das massive Wenchuan Erdbeben stattfand, haben viele internationale Freunde Hilfe angeboten und Spenden getätigt. Das ist übliche diplomatische Praxis. Jedoch für mich ist es eine besondere Erfahrung, weil die thailändische Bevölkerung fühlte als ob ihre eigenen Leute, im eigenen Land betroffen gewesen seien. Viele identifizierten sich mit den Opfern des Erbebens in der Provinz Sichuan. Zum ersten Mal seit ich Diplomat geworden bin, habe ich einen derartigen Sinn des Mitgefühls, von den Leuten meines Landes, gegenüber denen eines anderen, wahrgenommen. Gewöhnliche thailändische Bürger und Regierungsoffizielle, Leute aus allen Schichten der Gesellschaft, zeigten tiefe Sympathie und Mitgefühl.“
„Wir glauben dass die chinesische Bevölkerung und die chinesische Regierung das gleiche gefühlt haben, als Thailand in Schwierigkeiten war, als das Land z.B. von dem schlimmen Tsunami oder dem riesigen Feuer zu Anfang des Jahres getroffen wurde. Unsere Freundschaft macht unsere Beziehung sehr bedeutungsvoll und zu einer permanenten bilateralen Beziehung. Wenn Sie mich zu meiner Meinung im Bezug auf die Sino-Thailändischen Beziehungen fragen, würde ich sagen, dass China ein wahrer Freund ist. Unsere Freundschaft ist nicht nur gut für den Frieden und die Entwicklung in der Region, sondern auch für die ganze Welt. Im Bezug auf soziale und ökonomische Angelegenheiten, ist die Kooperation zwischen unseren beiden Ländern ein gutes Beispiel für internationale bilaterale Entwicklung von Beziehungen“, sagte der Botschafter.