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In den vergangenen Monaten hat das Physically Handicapped Rehabilitation Center der Provinz Sichuan (PHRCS) ein Wohlfahrtsevents, zu Gunsten der Überlebenden, vom Wenchuan Erdbeben am 12. Mai des vergangenen Jahres, abgehalten. Damit sollen die Kosten, der Rehabilitation in dem Zentrum, zum Teil gedeckt werden. Einige der 800 Patienten, bei denen eine Amputation notwendig war, bekamen in dem Zentrum künstliche Prothesen angepasst. Dies wurde Dank der Spenden von Mitbürgern und von Fonds der Abteilung für bürgerliche Angelegenheiten ermöglicht. Nun in die Lage versetzt, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, haben die mit ihrem neuen Leben begonnen.
Am 10. September 2008, machte Zhang Feng, den Schmerzen trotzend, ihre ersten Stehversuche seit dem Erdbeben, auf den für sie, von PHRCS eigens anpassten künstlichen Beinprothesen. Einige der Anwesenden, die davon Zeugnis nahmen, konnten sich die Tränen der Emotionen nicht zurückhalten.
Für Personen, die eine körperliche Beeinträchtigung erfahren, ist eine körperliche Anpassung von mindestens 1 Monat notwendig. Der erste Schritt ist intensives Krafttraining. Wenn die Beine verloren sind, degeneriert die Muskulatur im Hüftbereich ebenfalls sehr schell. Ausgiebiges Krafttraining ist grundlegend für das spätere Bewegen der künstlichen Beine.
Im letzten Mai, als das Erdbeben stattfand, war Zhang Feng eine Schülerin an der Beichuan High School. Sie war unter den Trümmern ihres Klassenraumes verschüttet. Einer ihrer Klassenkameraden wurde direkt neben ihr getötet, ein anderer starb 5 Stunden später in ihren Armen. 24 Stunden später wurde Zhang gerettet, aber ihre Beine mussten amputiert werden. Zhang ist sehr ruhig, mit ihren verlorenen Beinen machte sie nur ein Viertel ihres Krankenbettes aus. Die meiste Zeit lag sie, trotz ihrer unerträglichen Schmerzen in ihrem Bett ohne einen Laut von sich zu geben. Sie dachte, dass sie einmal wieder stehen kann, sei nur ein Wunschtraum. Die Hoffnung und die Erkenntnis über ihre schreckliche Lage, kommen in ihr abwechselnd auf. Obwohl es noch dauern wird, bis sie mit dem Lauftraining beginnen kann, kann sie es nicht erwarten, umgehend eine SMS an ihre Klassenkameraden in der Schule zu schreiben.
Am 7. September 2008 begleitete Zhu Jian, ein Polizist beim Sicherheitsbüros vom Beichuan Bezirk, seine Frau Liu Ling, eine Kindergärtnerin aus Beichuan, deren rechter Fuß amputiert wurde, zum PHRCS. Es ist bereits 4 Monate nach dem Beben, aber Zhu sagt, dass er diese schmerzvollen Momente nie vergessen wird. Als die Katastrophe begann, rannte er instinktiv dorthin, wo seine Frau und sein Kind waren, aber als er 100 Meter gerannt war, wurde ihm bewusst, dass er für die Rettungsarbeiten benötigt wurde. Er hielt an und kehrte in Richtung Öffentliches Sicherheitsbüro. Zusammen mit den anderen Polizeileuten begann er die Rettungsarbeiten an den schwer zerstörten Schulen. Erst in der Nacht des 14. Mai fand er seine Frau im Krankenhaus. Als er hörte, dass sie eine Kopfverletzung erlitt und ihr ein Amputationseingriff am rechen Fuß bevorstand, zudem seine 9-jährige Tochter bei der Katastrophe ums Leben gekommen war, stand Zhu nur eine haaresbreite vor dem Zusammenbruch. „Ich fühle mich schuldig“, sagte er, „aber ich bin Polizist und meine Emotionen müssen sich der Pflichterfüllung unterordnen.“ Als ihr Mann auf die Tochter zu sprechen kommt, beginnt die gerade noch sich lebhaft unterhaltende Zhu Ling wortlos zu essen. Mit jedem Bissen schluckt sie den Kummer hinunter.
Nach 2 Tagen kehrte Zhu Jian zurück nach Beichuan. Seine Mutter blieb zurück um sich um Liu Ling zu kümmern. Die alte Frau geht mit größter Umsicht an Liu Ling heran. Liu Ling ist ihr deshalb selbstverständlich dankbar, aber in Gedanken wünscht sie sich, dass ihr Mann über seine Schuldgefühle hinwegkommt. Sie möchte, dass er immer an ihrer Seite bleibt, denn das Gefühl gegenüber dem Mann ist immer ein ganz besonderes.
Nachdem sie ihre künstlichen Prothesen erhalten haben, sind Li Zhongfu, ein alter Landwirt aus dem Dorf Guangling bei Xinglong, Mianzhu, der beide Beine verloren hat, und seine Frau Hu Changyan, die ihren rechten Fuß verloren hat, dabei ihre tägliches Rehabilitations- Training zu absolvieren.
Als das Beben begann, stand Li an der Tür seines Hauses, wenn er hinausgegangen wäre, hätte er keine Verletzung erlitten. In dem Moment aber rannte er instinktiv los, um seine Frau herauszuholen. Als sie gerade die Tür erreicht hatten, fiel das Haus über ihnen zusammen. Ihre Beine wurden zwischen den Betontrümmern eingeklemmt. „Wir können nur eine ganzheitliche Familie sein, wenn wir beide existieren“, sagt Li. „Um meine Frau zu retten, würde ich meine Beine opfern.“ Heute ist das Paar immer zusammen, wohin sie auch gehen. Sogar während der paar Tage Pause, folgen sie den Anweisungen des Arztes. Li begleitet seine Frau im Rollstuhl bei ihren Laufübungen. „Nun da wir überlebt haben, schätzen wir umso mehr jede einzelne Sekunde, die wir gemeinsam verbringen können“, sagt er.
Liu Zhiquan, ein Senior aus Mianzhu, dessen Fuß komplett amputiert wurde, konnte zuvor nur kaum die Leidenschaft seines Sohnes, Liu Run, für dessen Hobby Jinghu (ein traditionelles Saiteninstrument) zu spielen, teilen. Nun erzählt er bei jeder Gelegenheit, dass es das Instrument seines Sohnes war, das ihm das Leben gerettet hat. Gegen 2 Uhr am Nachmittag des 12. Mai, kehrte Liu Run nach seiner Schicht in einer lokalen Brauerei, nach Hause zurück, um an einem Amateur- Peking-Oper-Fan-Treffen teilzunehmen. Mit dabei sein Instrument. Als er das Beben spürte, rannte er sofort nach Hause, wo er seine Eltern im Schutt begraben vorfand. Nach drei Stunden konnte er endlich seine Eltern aus dem Schutt befreien. Unglücklicherweise war seine Mutter breit tot. Liu Zhiquan wurde nach seinem Amputationseingriff in das Provinzkrankenhaus von Anhui transferiert. Liu Run ging ebenfalls nach Anhui, um sich um seinen Vater zu kümmern. Von nun an, wenn Liu Run auf dem Jinghu spielt, genießt es sein Vater in aller Stille. „Weil mein Sohn ein solches Hobby hat, ist er der Katastrophe entkommen“, sagt er. „ Und wenn er nicht so schnell zurückgekehrt wäre um ihn zu retten, wäre er gestorben.“ Im PHRCS werden diejenigen, die bei dem Erdbeben körperlich behindert wurden, schrittweise rehabilitiert und in ein neues Leben entlassen. Hier erhalten sie Pflege und Fürsorge von der Gesellschaft, was ihnen geistigen Beistand und Selbstvertrauen für ihr Leben nach der Rehabilitation bringt.