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Das Kloster Chode, im Kreis Gonggar des Autonomen Gebiets Tibet, ist ein hunderte Jahre altes Kloster der Sakya-Sekte. Vom Flughafen in Gonggar bis zu diesem Kloster sind es ca. 10 Minuten Fahrt mit dem Auto.
Das Chode Kloster umfasst ein altes dreistöckiges Hauptgebäude und dessen Nebengebäude. Im Hauptgebäude werden die meisten Funktionen des Klosters wahrgenommen. Im Erdgeschoß wurde die Haupthalle des Klosters eingerichtet. In der Haupthalle steht die 10 Meter hohe Statue des Sakyamuni, des Weiteren befinden rings um die Haupthalle, in den Nebenhallen, weitere Buddha Statuen. Im ersten Stockwerk befinden sich, neben einigen Hallen mit weiteren Buddhastatuen, die Hallen mit Werken über tibetischen Konfuzianismus (Sutras), die Hallen für Sutrasrezitation und die abendlichen Lernräume der jungen Lamas.
Am Alltag gibt es wenige Touristen aus anderen Landesteilen, stattdessen viele Pilger aus den Dörfern rund um das Kloster. Das Kloster Chode ist ein kleiner Wallfahrtsort. In diesem Kloster leben eine Menge junger Lamas. Die Tibeter sind fromme Buddhisten. Viele Familien führen ihre Jungen ins Kloster und lassen sie zum Lama ausbilden, was sie sehr stolz macht. Deshalb gehen viele Jungen von klein an ins Kloster. Dort verbringen sie ihre Kindheit und Jugend, bis hin zum Erwachsenen. Die jungen Lamas im Kloster Chode sind meistens 13 bis 20 Jahre alt, kommen vorwiegend aus der Gegend Shannan in Tibet. Manche leben in dem Kloster schon über 10 Jahre lang, andere wiederum erst seit zwei Jahren.
Rings um das Kloster Chode herrscht eine ruhige Umgebung. Aber für die jungen Lamas erscheint diese Ruhe ein bisschen zu einsam. Sie empfinden sogar Langeweile. Um der Einsamkeit zu entrinnen, verbringen sie viel Zeit außerhalb. Um die Welt um das Klosters herum kennenzulernen, verlassen sie oft in der Freizeit das Kloster und gehen direkt an die benachbarten Kioske. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist das Fernsehen. Fast 50 Prozent der jungen Lamas vom Kloster Chode haben ein Handy. Sie sind religiöse Gläubige, verfügen aber gleichzeitig über große Lust sich mit moderner Wissenschaft und Technik zu beschäftigen. Dunzhu ist einer der jungen Lamas im Kloster Chode, hat einen privaten Lenovo Computer, den seine Eltern für ihn gekauft haben, nachdem er ins Kloster Chode gezogen ist. In der Regel sitzt er in der Freizeit gerne vor dem Computer im Wohnheim und spielt Computerspiele oder hört die neusten tibetischen Hits.
Das Kloster Chode verfügt über ein kleines Institut der buddhistischen Lehre. Es befindet sich an einer Seite des Hauptgebäudes und hat einen eigenen Hof. Wer im Sommer das Institut besucht, kann dessen weiße Mauern und blühende Blumen sehen. Das Institut hat einen kleinen Eingang mit Holzflügeltüren, ein Hauptgebäude als Lehrstelle für den Unterricht in der buddhistischen Lehre. Rings um das Hauptgebäude stehen die Wohnheime für die jungen Lamas,welchen dort Einzelzimmer zur Verfügung stehen.
Die Glocke läutet jeden Morgen in aller Frühe, pünktlich um 7 Uhr. Nach dem Glockenläuten stehen jungen Lamas auf und gehen zum morgendlichen Frühunterricht. Während des Unterrichts rezitieren sie die Sutras und nehmen gleichzeitig das Frühstück zu sich. Das Frühstück besteht aus einem Buttertee und dem Zanba (ein tibetisches Grundnahrungsmittel aus geröstetem Gerstenmehl). Buttertee und Zanba werden meistens vom Kloster angeboten, ein kleiner Teil davon wird auch von Pilgern gespendet. Nach dem Abendessen gehen die jungen Lamas zum Abendunterricht. Der Abendunterricht wird im ersten Stockwerk des Hauptgebäudes im Kloster abgehalten. Die jungen Lamas sitzen beliebig zusammen und sagen buddhistische Texte auf. Unter dem dämmerigem Lichtschein gerät der Lehrer oft in einen schläfrigen Zustand. Während dieser Zeit gehen die jungen Lamas heimlich ihren Lieblingsbeschäftigungen nach, z. B. dem Spielen mit den Handys oder das heimliche Verlassen des Unterrichts.
Duoji und Zhaxi sind zwei junge Lamas vom Kloster Chode. Der August 2008 war die Zeit des Wachdienstes der zwei Jungen. Für die diensttuenden Jugendlamas ist es die Hauptaufgabe, bei der Ableistung des Wachdienstes, die Sicherheit des Vermögens im Hauptgebäude zu garantieren, sicherzustellen, dass die ewig leuchtende Butterlampe nicht erlischt, sowie zu organisieren, dass die täglichen religiösen Zeremonien ihren gewohnten Gang gehen. Während des Dienstmonats dürfen sie beiden nicht zum Früh- und Abendunterricht gehen, sowie allein im Hauptgebäude essen und schlafen. Wenn sie sich langweilen, können sie mit dem DVD Player die Musik hören.
Seit August 2008 fängt Zhaxi an, Chinesisch zu lernen. Duoji kann fließendes Chinesisch sprechen, natürlich auch Briefe schreiben und Zeitung lesen. Duoji war damals 16 Jahre alt und ging direkt nach dem Mittelschulabschluss ins Kloster. Er sagte: ,,Meine Eltern wollen, dass ich ins Kloster gehe und hier viele Kenntnisse über die buddhistische Lehre erlernen kann. Nachdem ich in das Kloster Chode gegangen bin, waren sie darauf stolz und besuchten mich häufig. Jetzt besuchen sie mich nicht mehr so oft, vielleicht haben sie viel zu tun.“
An einem Herbsttag im August veranstaltete das Kloster Chode eine religiöse Feier zum Austreiben der bösen Geister. Die Feier begann am Frühmorgen und ging erst am Mittag zu Ende. Nach der Feierlichkeit hatten die jungen Lamas einen Monat Herbstferien. Während der Ferientage gehen manche zu den Eltern, manche nach Lhasa, viele besuchen auch die Verwandten und Freunde. Das Kloster Meru ist ein Ableger vom Kloster Chode und liegt in Lhasa. Es ist bekannter als Chode. Nachdem viele der jungen Lamas Chode verlassen haben und in Lhasa ankommen sind, nutzen sie gerne die Gelegenheit, das Kloster Meru zu besuchen.