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Gleichzeitig traten die furchteinflößenden Pocken auf. Im Jahr 165 westlicher Zeitrechnung breitete sich die fürchterliche, als Pocken bekannten, Krankheit über das gesamte Römische Reich aus. Sie dauerte 15 Jahre an und nahm 1/3 der Italienischen Bevölkerung mit sich. Im Mittelalter war die Krankheit Pocken in jedem Land auf der Welt geläufig. Fast 10% der Bevölkerung ist an ihr gestorben und selbst die Königshäuser konnten ihr nicht entrinnen. Die englische Queen Mary II., Peter II. von Russland, König Louis XV. von Frankreich, der deutsche Kaiser Flavius I. und Kaiser Shunzhi von der Qing Dynastie sind an Pocken gestorben. Auf dem neuen Kontinent war ebenfalls kein entrinnen möglich. Im gesamten 20igsten Jahrhundert wurden verloren mehr als 500 Millionen Menschen ihr Leben.
Aus der Sicht von Historikern sind Seuchen nicht nur eine Frage von individueller Gesundheit, sondern sind auch einer der entscheidenden Gründe für den Forbestand oder das dahinscheiden der menschlichen Zivilisation. Im Bestseller ,,Kanonen, Viren und Stahl“, geschrieben von Jared Diamond, geht es um die spanische Besetzung, welche die Pockenepidemie auf den neuen Kontinent gebracht hat. Die Zahl der Indianer, welche an den Pocken gestorben sind, liegt weit höher, als die von denen, die durch die Besatzer getötet wurden. Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden die ursprünglich ca. 30 Millionen amerikanischen Ureinwohner auf ca. 1 Million Menschen dezimiert. Die gesamte Weltgeschichte wurde dadurch umgeschrieben.
Im Antlitz dieses schweren Kampfes, verfügt die Menschheit gegenüber den Krankheitserregern über eine unerschöpfliche Messkraft. Aus den vielen Gefechten mit den plagenden Krankheitserregern sind einige bemerkenswerte Personen hervorgegangen, die große Dienste im Kampf gegen die Infektionskrankheiten erbracht haben. Der Bakteriologe Louis Pasteur, der bemerkenswerte Erfolge in der Bekämpfung von epidemischen Krankheiten erzielt hat. Edward Jenner ein Pionier auf dem Gebiet der Pockenimpfung und Vater der Immunologie. Der Arzt Robert Koch, der einen Impfstoff gegen Tuberkulose und Cholera entwickelt hat. Emil von Behring, der Entdecker des Diphtherie-Impfstoffs und einer der Gründer der Wissenschaft der Immunologie.
Am Ende begriffen es die Menschen, was mit Infektionskrankheiten auf sich hat, es dauerte allerdings über 100 Jahre. Davor glaubten unsere Vorfahren sehr oft, dass es sich um Teufelswerke handelt, die Einfluss auf den menschlichen Körper nehmen. Der Vorsitzende der chinesischen Vereinigung für medizinische Forschung und öffentliche Hygiene, sowie Experte für Epidemien, Prof. Huang Jianshi erläutert dem Autor, dass vor dem 18. Jahrhundert die gängigen Heilverfahren zum Kurieren von Infektionskrankheiten der Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes im Körper durch Erbrechen, Aderlass und Reinigung waren. Aber diese Maßnahmen blieben oft ohne Wirkung. Mit dem 19. Jahrhundert kam die moderne Wissenschaft auf, die Medizin entwickelte die Bakteriologie und damit einhergehend begann auch die Entwicklung der Pharmazeutik. Die Menschen waren den Infektionskrankheiten nicht mehr hilflos ausgesetzt.
Das 20. Jahrhundert stellte die 100 schnellsten Jahre wissenschaftlicher Entwicklung dar. Die Entdeckung des Antibiotika verhalf den Menschen erfolgreich die Übertragung von Krankheitserregern auf den menschlichen Körper zu kontrollieren. Die Erforschung von Impfstoffen und die Entwicklung der Projektarbeit im Bereich der Immunisierung trugen auch mit dazu bei, dass die Menschheit von vielen Infektionskrankheiten nicht mehr belästigt wird. „Vorbeugung geht vor Heilung“, dieses Bewusstsein verwurzelte sich in den Köpfen der Menschen.
Außerdem bewegten Infektionskrankheiten die Menschen dazu, sich über die Schaffung von Hygiene Gedanken zu machen. Huang Jianshi sagt, dass die Schaffung von öffentlichen Hygieneprogrammen aus der Phase des „Schwarzen Todes“ hervorging. Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution in Europa, begannen sich große Mengen von Arbeitern in den Städten zu konzentrieren. Dies verschlechterte die Lebensbedingungen und begünstigte stark die Übertragung von Infektionskrankheiten. Um das ausreichende Vorhandensein von Arbeitskraft zu garantieren, wurden das Händewaschen, die Müllentsorgung und der sichere Gebrauch von Wasser, als traditionelle Hygienemethoden, mit besonderer Beachtung praktiziert. Im Jahr 1383 wurde in Marseille in Frankreich die erste Untersuchungsstelle für Krankheiten eingerichtet. Schwere Krankheiten kamen durch Schiffe, Reisende u. a. aus den Epidemiegebieten. Schiffe, bei denen eine Infektion vermutet wurde, durften nur 40 Tage im Hafen verbleiben und außerdem dem Sonnenlicht und der Luft ausgesetzt werden. Im 14. Jahrhundert wurde in Italien, Südfrankreich und umgebenden Gebieten gemeinsam ein Hygieneprogramm zur Kontrolle und Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingerichtet. Das wachsende Bewusstsein für öffentliche Hygiene, umfasst auch die interne Vorbeugung, durch Schaffung von öffentlichen Hygieneprogrammen. Es ist ein essentieller Garant für die menschliche Gesundheit.