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Die Goldfische im Deponiewasser
Text von Jin Tao, Ye HuoshengFotografien von Shepard Zhou

 

Ausströmende Elemente

Bei der Filtration des Mülls treten stinkende und umweltschädigende Gase und Flüssigkeiten aus. Dies ist ein nur schwer durch die Mülldeponien vermeidbares Problem. Die Mülldeponie Chenjiachong verfügt im Inneren ihres Areals über ein Filtrationsnetzwerk, welches die Ableitung von Müllausscheidungen regelt. Sie leiten die Filtrationsprodukte direkt in einen Regulierungspool. Es sollte bedacht werden, dass diese Filtrationsprodukte bei direkter Sonnenlichtenstrahlung kondensieren können und dabei große Mengen an übel riechenden, giftigen, schädlichen, leicht entflammbaren und explosiven Gassen freisetzen können. Chenjiachong hat aus diesem Grund einen schwimmenden „Deckel“ aus einer isolierenden Membran, welcher sich gemäß dem Ansteigen des Inhalts anpassen kann. Die Entstehung von stinkenden Gasen wird somit reguliert. Es wurden 25 Millionen RMB, für aus Deutschland importierte Schmutzwasserentsorgungsanlagen investiert, was dem derzeit weltweit besten Stand der Technik entspricht. Im Inland gibt es zurzeit nur einige Städte wie Peking und Qingdao, die diese Technologie anwenden.

Diese Schmutzwasserentsorgungsanlagen können jeden Tag, mittels biochemischer Anlagen, 400 Tonnen Schmutzwasser entsorgen. Der Schmutz im Wasser wird von biologischen Organismen verzehrt. Danach wird durch Anlagen mittels physikalischer Verfahren eine erneute Reinigung durchgeführt. Es findet eine dreifache Filterung statt. Das pechschwarze Wasser färbt sich langsam gelb, orange und letztendlich wird es farblos transparent. Der darin befindliche Schmutz wird dem Wasser entzogen. Der COD (chemischer Sauerstoffbedarf) sinkt von 50.000 auf 20- 50.  Der biologische Sauerstoffbedarf sinkt von 7000 auf 1. Ein Angestellter öffnet für den Journalisten einen Wasserhahn. Ein Strahl kristallklares Wasser fließt sofort heraus. Das ist das bereinigte Deponiewasser. Im der Fabrikhalle schwimmen einige Goldfische langsam im Wasser umher. „Das Wasser, das hier für die Fischhaltung verwendet wird, ist ebenfalls Wasser, das dem Reinigungsprozess entstammt“, erklärt der Angestellte. „Goldfische reagieren auf die Veränderung der Wasserqualität am sensibelsten. Dieser Fisch lebt schon eine Woche hier und ist trotzdem noch quicklebendig.“

Es ist nicht nur die Beseitigung von Schmutzwasser, in Deponien kann auch Biogas gewonnen werden. Auf dem Deponiegelände steht ein strammer Kamin. Von Zeit zu Zeit kann man Rauch daraus aufsteigen sehen. Das ist eine Quelle des Biogases, welches aus Müll gewonnen wird. Es hat gute Brenneigenschaften. Gemäß dem Projekt soll die Elektrizitätserzeugung im Juni 2009 beginnen. Jeden Tag sollen 1800 Kilowattstunden Leistung erzeugt werden.

Die Einführung der Schadstofffreiheit und der Umweltschutz sind Chinas aktuell bestrittene Ziele in der Müllverarbeitung. Chinas Müllverarbeitung entwickelt sich relativ spät, die Fähigkeiten im Bereich der schadstofffreien Entsorgung sind vergleichsweise gering. Dies führte zu dem früheren Zustand, in dem die Städte vom Müll eingehüllt waren. Die chinesische Regierung investiert jedes Jahr große Summen in die Entsorgung von Müll, jede Stadt errichtete auch sehr viele Mülldeponien. Vom 11. bis zum 12. Juni des Jahres 2009 wird durch das chinesische Umweltkooperationsbüro und die chinesische Umweltschutzbasisbehörde in gemeinsamer Zusammenarbeit ein chinesischer Abwassergipfel in Peking abgehalten. Allerdings können die Bemühungen der Regierung nicht mit der Geschwindigkeit der Urbanisierung chinesischer  Städte mithalten. Die chinesische Stadtbevölkerung nimmt rapide zu, die städtischen Gebäude werden unaufhörlich größer. Die Industrie und Dienstleistungssparte entwickelt sich sehr schnell, was zu einer schnellen Zunahme des Mülls führt. Wie durch Unterlagen zu erfahren ist, nimmt der weltweite Müll jedes Jahr um 8.42 % zu, während die chinesische Müllwachstumsrate bei über 10 % liegt. Auf dem, im diesjährigen März geschlossenen, nationalen Volkskongress, hat man sich auch mit der Lösung des Müllentsorgungsproblems befasst. Die Erfolge der Chenjiachong-Mülldeponie geben den branchenkundigen Personen vielleicht ein paar Ratschläge.

 

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