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Die alte Stadt Taining
Text: Chen Ningzhang

Ganluyan

Das Kloster Ganluyan befindet sich 14 km südlich von der Bezirksstadt Taining. Die ersten Aufzeichnungen berichten von der Errichtung des Klosters im Jahr 1146. Der gesamte Gebäudekomplex besteht aus einer Holzkonstruktion, der sich ohne die Verwendung von Ziegeln auftürmt. Getragen von T-förmigen Stützsäulen, ist es auf halber Höhe in den Höhlen des Berghanges errichtet worden. Es wird als „Schwebendes Kloster des Südens“ gepriesen. In den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts nahmen die Fotographen aus Fujian eine Fotoserie auf, die in ,,Bild von China“ veröffentlicht wurde. Einige Jahre danach, brannte durch den unvorsichtigen Gebrauch von Feuer durch die Klosterbewohner, das Kloster vollständig ab. Das heutige Gebäude wurde im Jahr 1964, im Stil des alten Gebäudes, neu errichtet.

Der Höhlentyp, der Danxia-Felsformation, von Ganluyan in Taining, wird als Bogenhöhle bezeichnet. Es ist sozusagen, ein Musterbeispiel der „Danxia-Bogenhöhlen“. Aus der Ferne betrachtet, ragt aus der Danxia-Felsspalte eine enorme Felshöhle heraus. Dies sieht wie die Tür zu einer Stadt aus. Es gibt insgesamt 2 - 3 Schichten Gestein, die diese Gewölbe bilden, verwoben als ob sie vom Himmel geschaffen wurden. In der großen Höhle sind überall kleinere und größere Nebenhöhlen verbreitet, welche sehr weit ausgebildet sind und sich von dem lebendig roten Felsmassiv von Danxia abheben. Bis hoch in den Himmel erstrecken sich alte Bäume, welche in ein üppiges Grün gehüllt sind. Es ist ein Eindruck von antiker Schönheit.

Der schwebende Sarg und die Bestattung in den Felsen

Die sogenannte Bestattung im schwebenden Sarg verläuft wie folgend beschrieben: Zunächst übergibt man den Leichnam in einen hölzernen Sarg. Dieser wird danach hoch in den Bergspitzen auf einem Felsvorsprung  platziert. Es gibt auch die Form, dass er in eine steil liegende natürliche Felshöhle gebracht wird, in die eine Steinnische gemeißelt wurde.

Warum wird eine solche Art der Bestattung gewählt? Gewöhnlich geht man davon aus, dass dieses Ritual auf die Frühlingsperiode der Streitenden Reiche zurückgeführt werden kann, das von der Baiyue-Nationalität praktiziert wurde. Im Wuyi- und Longhu-Gebirge fanden die Vorfahren der Baiyue Wasser, worauf sie sich an diesen Orten niederließen. Das Wasser spielte für das Siedeln eine wichtige Rolle, deshalb wurde in der Regel als Ort der Bestattung, auch ein Platz nahe dem Wasser gewählt. Das besondere ist, gemäß dem Brauch wird für die meisten Bestattungen im Danxia-Gebirge eine Höhle auf großer Höhe, mit markanten Felsformationen, gewählt. Besonders oft fällt die Wahl auf natürliche Höhlen, die einen Blick auf naheliegende, oder bis zu 100 Meter entfernt liegende, Flüsse bieten. Es sollte entweder eine Höhlenvertiefung vorliegen oder über einer Höhle platziert sein. Ebenso kommt eine Höhle mit markanten Felsformationen in Frage.

Am Rande von klaren Flüssen befindet sich die Geburtsstätte vieler Arznei herstellender Farmen von Taining. Die Arzneiherstellung geht hier mit der hohen Kunst des Kletterns einher. Die isolierten Felsvorsprünge von Danxia bieten einen ausgezeichneten Lebensraum für seltene und kostbare Arzneipflanzen. In einem beckenförmigen Bergtal gibt es einen hundert Meter langen horizontalen Felsen. Er beherbergt Särge von mehr als hundert Einwohnern. Die Bewohner bereiten noch zu Lebzeiten ihren eigenen Holzsarg vor. Sie glauben, dass man bei ausreichendem Wohlstand, sich rechtzeitig vorbereiten soll. Manchmal kann man ein bis mehrere vorbereiten. Die Bewohner sind zudem der Ansicht, dass dieser Brauch zu einem langen und ruhigen Leben verhilft.

Die Renshou-Brücke

Die Renshou-Brücke, Lebensbrücke der Menschen, wurde in der Yuan-Dynastie im Jahr 1314, der Periode des Kaisers Yan You, errichtet. Während der Ming Dynastie wurde sie im Jahr 1488 neu errichtet und in der Qing Dynastie (im Jahr 1811) abermals neu errichtet. Sie ist 27 Meter lang und 4.65 Meter breit. Sie umfasst drei Pfeiler und zwei Löcher. Auf den Steinpfeilern befindet sich ein Holzgestell, welches die Brückenoberfläche trägt. Auf der Brücke wurden 9 Räume errichtet, welche auf der Decke von einer kleinen Dachstube ergänzt werden. Es sind zwei Abschnitte im Pailou Stil. 700 Jahre sind vergangen, der kleine Bach vor der Tür fließt wohlklingend vorüber. Das Wasser schwillt an und fließt wieder davon. Er trug das Gewicht von vielen Generationen des Volkes vom Dorf Shikeng. Alleine die antike Brücke hat alles überdauert.

Gemäß den Aufzeichnungen gab es in Taining insgesamt 46 namhafte Prachtbrücken, zusammen mit den einfachen Bauwerken in den Dörfern wird die Zahl auf über hundert geschätzt. Neben dem Wind, Wasser und Wald des Dorfes sind die antiken Brücken erhalten geblieben. Die Prachtbrücken sind an den Wasserläufen des Dorfes platziert. Auf ihnen errichtet befinden sich Bauten und Pavillons. Da sie das Leben des Dorfes und der Familien mit prägen, gibt es im Inneren Schreine, Opferstätten für den Erdgott. Einige ähneln Familientempeln und bieten den Familiensippen Ahnentafeln. Die errichteten Brücken sind im Dorf eine Art von Landschaftsbild. Sie überwinden kleinere Bäche und übersteigen Flüsse. In den Prachtbrücken gibt es breite Wandelgänge. Es sind die Orte, an denen die Bauern Schutz vor Regen und vor Sonnenschein suchen. Nach der Arbeit erholen sie sich hier, machen eine kleine Pause und führen entspannte Unterhaltungen. Auf diese Weise wird viel von der Kultur und den Geschichten des Dorfes in der Bevölkerung ausgetauscht.

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