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Die Straße „ Sixiao“ in Yunnan
Text und Fotografien von Wang Lei

Es ist keine besonders lange Straße, sie misst insgesamt nur 97,75 km. Dennoch verbinden sich zwei berühmte Orte. Pu’er und Xishuangbanna. Von Pu’er, der Heimat des Pu’er Tees  in Yunnan, brechen wir auf, in  das Königreich der subtropischen Pflanzen. Es ist die einzige Autobahn Chinas, die durch die subtropischen Regenwälder führt. Sie verkürzt die alte Nationalstraße um eine Länge von 24,6 km. Die Fahrzeit wurde jedoch von ursprünglich 4 Stunden auf ca. 1,5 Stunden verkürzt. Entlang der Straße von Lancang, werden die Menschen von der subtropischen Landschaft ins Staunen versetzt. Es ist das einzige Vorbild für eine Straße des Umweltschutzes. Das ist die Sixiao Straße, die von Simao nach Xiaomengyang führt.

Die Sixiao-Autobahn passiert die Grenze des Xishuangbanna Nationalnaturschutzgebiets, wo man von unterwegs aus die schöne Landschaft beobachten kann. Außerdem führt die Straße noch am berühmten Wildelefantental vorbei, deshalb kann man sagen, dass die Strecke von einer geheimnisvollen Atmosphäre erfüllt ist. Ein Mitarbeiter des lokalen Amtes für Öffentlichkeitsarbeit erklärt, dass wegen des Umweltschutzes, für die Planung des Straßenverlaufs und die Errichtung viele Mühen aufgenommen wurden. Verglichen mit gleichartigen Autobahnen kostete diese einige 100 Millionen RMB mehr.  Da sie das Naturschutzgebiet Xishuangbanna durchquert, wurden bei der Konstruktion des Sixiao-Autobahnprojektes, dem Wasser- und Bodenschutz, sowie weiteren Umweltschutzmaßnahmen besonders wichtige Bedeutung eingeräumt. Diese Straße ist normalerweise in der zweiten Stufe. Schließlich wurde festgelegt, dass die Autobahn gewährleisten sollte, dass die Menschen und das Naturschutzgebiet voneinander getrennt werden. Es wurde noch mehr zum Vorteil des Umweltschutzes geplant.

Die morgendliche Wintersonne wird vom dichten Nebel verschleiert. Die verstärkt aber noch das geheimnisvolle Flair der Straße. Am Straßenrand gibt es einen großen Kautschukwald, Bananenbäume, außerdem noch ein prachtvoll leuchtendes Gebäude im südostasiatischen Stil. Wie der Leiter des Öffentlichkeitsamtes Tian Huqing erläutert, hat das Erkundungsbüro des Straßenplanungsamt von Yunnan, um die Schäden im Naturschutzgebiet so gering wie möglich zu halten, drei verschiedene Straßenverlaufskonzepte  im Durchführbarkeitsbericht vorgeschlagen. Jeder der drei Vorschläge hatte Vor- und Nachteile. Welcher Vorschlag schließlich durchgesetzt werden sollte, wurde lange lebhaft diskutiert. Es zog auf die starke Aufmerksamkeit des Stadtkomitees und der Stadtregierung auf sich. Im Mai 2000 nahm der Untersuchungsausschuss der Sixiao-Autobahn eine vergleichende Analyse für den Straßenverlauf in Gegenüberstellung zum Umweltschutz vor. Am Ende kam ein Konsens zustande. Man beschloss, sich für den dritten Vorschlag zu entscheiden. Der Vorschlag verlief zwar durch das Naturschutzgebiet, jedoch zum größten Teil durch Wirtschaftswaldfläche. Die Beeinträchtigung der Pflanzen- und Tierwelt ist vergleichsweise gering. Sensible Schutzgegenden,  wie die subtropischen Bergregenwälder werden gemieden. Es wurde verhindert, dem Naturschutzgebiet neuen Schaden zuzufügen.

Deshalb sieht die Anwendung dieses Planes statt nur 54 Brücken, den Bau von 352 Brücken vor. Die Anzahl der Tunnel wird auf 30 erhöht. Die Strecke, welche auf Tunnel oder Brücken zurückgelegt wird, beträgt 26,4% der gesamten Strecke. Im Abschnitt des Tal der wilden Elefanten macht der Anteil von Tunnel und Brücken über 70% aus. Es wurde eine Durchgangspassage für die wilden Elefanten errichtet. Dies führte dazu, dass dieses Stück subtropischer Regenwald den größten möglichen Schutz erhält. Während der Bauarbeiten haben die Arbeiter darauf geachtet möglichst wenig die Berge zu berühren, um bestmöglich die seltenen und wertvollen Pflanzen zu schützen. Der Straßenverlauf durchquert das Dorf Manjingmian, der Dai-Nationalität. Anfangs war der Straßenverlauf genau über mehr als 10 große Feigenbäume, die von den Einheimischen als heilige Bäume bezeichnet werden, geplant. Die Straßenbaumeister haben eine Anpassung im Bauplan vorgenommen, deshalb konnten die Feigenbäume erhalten bleiben. An einer Straßenkreuzung in Puwen gibt es einen über 200 Jahre alten wilden Mangobaum. Um ihn zu schützen, hat man im Straßenplan abermals Anpassungen vorgenommen. Bei den Bauarbeiten der Straße wurde sehr viel Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten genommen. Pflanzen sollten nicht beschädigt, Tiere nicht in ihrem natürlichen Verhalten gestört werden. In vernünftiger Weise sollten Tierpassagen errichtet werden. Des Weiteren wurde beim Bau der Verlauf von Wasserkanälen genau geplant.

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