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CHINA IM BILD ILLUSTRIERTE
  • Gesellschaft
Eine Nation im Fluss
Text und Fotografien von: Wildwolf

Die Wanderhirtenschaft ist eine Bewegung entlang der Grasflächen und Gewässer, welche das ganze Jahr hindurch betrieben werden kann. Es ist eine Art Extrem unter den Arten des Betreibens von Viehzucht auf der Grassteppe. Die Hirten leben über lange Zeiträume hinweg ohne feste Bleibe. Bei einem solchen Lebensstil sind das Dasein und die Produktionsmethoden vergleichsweise schlicht. Im Prinzip vertraut man auf den Himmel, welcher das Wachstum des Grases und die Fruchtbarkeit der Tiere beeinflusst. Das alltägliche Leben der Hirten ist von Arbeit ausgefüllt. Das Weiden, das Umsiedeln, der Handel, sie bilden einen festen Abschnitt in der Geschichte dieser Nationalität. All das wurde durch die Umwelt, in welcher die Hirten existieren, festgelegt. Grassteppen können zu Ödland verdorren, Flussläufe können austrocknen, deshalb ist es notwendig, dass sie sich nicht über lange Zeit an einem Ort aufhalten.

Der klare blaue Himmel, der pfeifende Wind und der trockene Mund, das sind die Empfindungen und Eindrücke der Menschen, die zum ersten Mal auf die Grassteppen, welche sich in Tibet gebildet haben, kommen. Qiangtang ist eine große, breite und sehr weitreichende Fläche. Alles scheint durch die brennenden Sonnenstrahlen, die UV-Strahlen, den niedrigen Luftdruck und den lebensfeindlich, eisig kalten Wind verschwunden zu sein. Aus diesem Stück verrückter Wildnis, kann man über dem Himmel schweben, über die Wildnis rasen und die Flüsse durchschwimmen. Diese lebendige Energie lässt die Menschen in Ehrfurcht verfallen. Auf der Grassteppe von Qiantang kann man oft einige wildlebende Greifvögel beobachten. Sie kreisen über dem gewaltigen grünen Raum.  Immer wieder stürzen sie hinab, um knapp über dem Boden gleitend die Grasspitzen anzukratzen. Dann fliegen sie wieder empor und verschwinden in der Ferne, wobei sie ein tiefes Geräusch ausstoßen. Es gleicht dem tiefen und alten Geräusch von Trommeln, welches über die Wildnis rennt. Hier ist nicht nur ein Paradies für wildlebende Tiere. Gleichzeitig ist es auch ein fruchtbarer Boden, mit einer reichhaltigen und vielschichtigen Kultur. Auf dieser grenzenlos erscheinenden Grassteppe, gibt es überall Hirten, deren Existenz von den Yaks und Schafsherden abhängt. Überall sind deren Ruhestätten zu sehen – Zelte.

Die Hirten leben während der fruchtbaren Jahreszeit für gewöhnlich in Zelten. Diese Zelte sind aus Yakfellen gefertigt. Der Zelteingang ist nach Süden gerichtet. Manche Zelte verfügen noch über einen Wall, der aus Gräsern oder Kuhdung gefertigt ist und die Zelte umgibt. Hirten, die nicht auf die Weide ziehen, leben in Lehmhäusern.  Das Leben der Hirten hier ist einfach, aber mühsam. Sie trinken Milchtee und essen gebratene Nudeln.

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