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Die Provence in Frankreich ist weltweit als Herkunftsort von Lavendel bekannt. Aber in China ist das Ili-Flusstal, im Autonomen Gebiet Xinjiang der Uiguren, ebenso ein bekannter Herkunftsort von Lavendel, ganz ähnlich wie die Provence. Das Ili-Flusstal und die Provence befinden sich auf dem selben Breitengrad. Beide Gebiete besitzen ähnliche Klima- und Bodenbedingungen für das Wachstum von der Pflanze. Deshalb wird das Ili-Flusstal als die „Chinas Heimat des Lavendels“ bezeichnet. Heute beträgt der Ertrag aus dem Anbau von Lavendel, im Gebiet von Ili, ca. 95 Prozent der Gesamtproduktion von China.
I m Jahr 1964, führte der botanische Garten von Beijing, Lavendel aus der ehemaligen Sowjetunion ein und baute ihn, in den Provinzen Yunnan, Xinjiang, Henan und Shaanxi, probeweise an. Der Versuchsanbau kam zu dem Ergebnis, dass Lavendel, nur im Ili-Flusstal von Xinjiang, auf ca. 43 Grad nördlicher Breite wachsen kann. Im Jahr 1969 wurden zum ersten Mal, die ätherischen Öle des Lavendel, in Ili gewonnen. Damals war die Produktionsleistung ca. 3 kg ätherisches Öl pro 0,066 Hektar Lavendel.
Ili liegt in einem Flusstal, am nördlichen Fuß des Tianshan-Gebirges. Es verfügt über eine reiche Vegetation und feuchtwarmes Klima. Gewöhnlich wird es als „Gebiet südlich des Yangtse Unterlaufs, außerhalb der Großen Mauer“ bezeichnet. Im Winter kann der Lavendel nur bei einer Lufttemperatur über 20 - 25 Grad unter null überleben. Die durchschnittliche Wintertemperatur in Provence ist 5 Grad über Null und damit sehr geeignet für den Lavendelanbau. Die tiefste Wintertemperatur in Ili liegt jedoch bei 30 Grad unter null und fällt somit schon unter Frostbeständigkeitsgrenze des Lavendels. Um dieses Problem zu lösen, hatten die Agrotechniker von Ili mehrmals Experimente durchgeführt und letztlich Maßnahmen für die erfolgreiche Überwinterung des Lavendels gefunden.
In Ili kommen die Lavendelblumen jährlich im Juni zur Blüte. Ende Juni beginnt die Erntezeit. Zurzeit wird in Ili die Lavendelernte von menschlichen Arbeitskräften verrichtet. Zu dieser Zeit kommen deshalb zahlreiche Gelegenheitsarbeiter, meist junge und alte Frauen, sowie kleine Mädchen ins Ili-Flusstal. Sie ernten mit Sicheln auf den Feldern der Lavendel, wofür sie einen Tagesverdienst erhalten. Der Lohn, wird nach dem Gewicht des geernteten Lavendels, berechnet. Es sind ca. 2 Jiao oder 2,5 Jiao pro 1 kg (10 Jiao = 1 Yuan CNY).
Das ätherische Öl des Lavendel ist ein konzentrierter aromatischer Extrakt aus der Pflanze. Es wird bei der Destillation der Blumen, Blätter und Stängel des Lavendels gewonnen. Seine Konzentration ist um das 70-fache höher als in den meisten Heilkräutern. Deshalb wird es als „flüssiges Gold“ betitelt. Experten sind der Ansicht: „Die Molekularstruktur vom ätherischen Öl des Lavendels ist außerordentlich kompakt. Es weist eine starke Durchlässigkeit auf und wird besonders leicht von den Hautzellen absorbiert. Im Allgemeinen erreicht es in 3 Minuten in die Hautschichten, in 5 Minuten das Blutkreislaufsystem des Körpers und wird in 12 Stunden ohne Rückstände vom Körper ausgeschieden.“
Die Produkte aus Lavendel sind das natürlichste und beste Schönheits- und Gesundheitspflegemittel. Es ist eine hochwertige Nutzpflanze. Der Anbau von Lavendel kann nicht nur die Entwicklung des Tourismus und der kulturellen Industrie beitragen, sondern auch die Wirtschaftsentwicklung des Gebietes Ili vorantreiben.