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  • Kaleidoskop
Algerien aus Sicht eines Chinesen
Text von Zhang Jienuo und Wang Lei

 

Die klaren und farbigen Veränderungen auf den 600 km Autofahrt von Algier ins wüstenhafte Ghardara sind mit Sicherheit der tiefste Eindruck.

Algier

Die erste Station ist Algier. Es ist das kulturelle und politische Zentrum von Algerien. Außerdem ist es eine der größten Hafenstädte des südlichen Mittelmeers. Das ebenfalls als „die weißen Inseln“ bezeichnete Algier erstreckt sich über ungefähr 20 km entlang der Bucht von Algier. Seine Form gleicht einer halbkugelförmigen Opernbühne. Die Stadt ist auf einem wellenförmig verlaufenden Berghang errichtet. Die Gebäude türmen sich schichtweise auf. Die Straßen verlaufen indirekt und kurvig. Die Hochhäuser, Villen, Moscheen und Wohnhäuser haben allesamt weiße Wände. Der dünne Nebel auf dem Boden und über der Meeresoberfläche umhüllt sie oft. Der Anblick ist äußerst schön. Das am Meer befindliche Stadtzentrum verfügt über ein großes Areal mit weißen Gebäuden im französischen Stil, welche nach dem Jahr 1900 von den Franzosen errichtet wurden. Weil die französische Stadt Nizza am gegenüberliegenden Ufer des Mittelmeers liegt, ist der größte Teil des städtischen Stils gleich dem der Stadt Nizza.

In Algier wird zwischen dem alten und dem neuen Stadtteil unterschieden. Der Altstadtbereich wird „Kasbah“ genannt, was so viel bedeutet, wie „Altes Schloss, welche heute noch auf dem Gipfel des Berges verblieben ist“. Auf dem Berg des Stadtbezirks Kasbah, gibt es ein aus Steinen gemauertes, ein zweistöckiges altes Bauwerk. Dazwischen liegen zahlreiche enge, gepflasterte Gassen. Das Stadtzentrum hat einen Platz, welcher nach dem Volkshelden Emir Abdelkader benannt ist. Das neuere Stadtgebiet ist entlang der Küste verteilt und hat sich zudem an den Berghängen hochentwickelt. Die Straßen verlaufen parallel zur Küste. Es gibt viele Gebäude im europäischen Stil und straßennahe Parks.

Weil es ein muslimischer Staat ist, tragen viele Frauen die traditionelle Kleidung, wohingegen im Fernsehen Frauen in moderner Aufmachung zu sehen sind.

Hier sind die Straßen sehr schmal und es gibt keine Ampeln. Trotz der schlimmen Staus sind die Menschen sehr höflich. Für gewöhnlich mögen es die Frauen nicht, wenn man sie direkt fotografiert, aber man kann sie vorher um ihre Zustimmung bitten. Außerdem ist es nicht gestattet, die Polizei oder die Außenansicht einiger wichtiger Institutionen, zu fotografieren. Auf den Straßen, kann man oft einige herzliche algerische Jungen treffen, die laut „Ni Hao!“ herüberrufen.

Bou-Saada – Das Tor zur Wüste

Bou-Saada ist 276 km von Algier entfernt. Mit dem Auto kann man über die Autobahn Nr. 5 dorthin gelangen. Die Landschaft zu beiden Seiten verändert sich ständig. Im arabischen bedeutet Bou-Saada so viel wie „Ort des Glücks“. Hier ist die Lebensweise der Menschen offensichtlich noch traditioneller, besonders was die Frauen betrifft, entspricht die Kleidung noch mehr den traditionellen Vorstellungen. Eine lange Robe und ein Schal zur Verschleierung des Gesichts verleihen einen durchdringenden, arabischen Flair.

Bou-Saada wird als Tor zur Wüste bezeichnet, weil hier der erste Durchgang zum Betreten der Sahara Wüste ist. Hier liegt die älteste religiöse Schule von Algerien. Gleichzeitig liegt hier auch der wichtigste Herstellungsort und Markt für Juwelen. Der Moulin Ferrero Fluss durchquert diese Stadt. Er wurde nach einem Mann benannt, der hier eine Mühle betrieb. Einst fand Hollywood Gefallen daran und drehte den amerikanischen Film „Samson & Dalila“ genau vor dieser Landschaft.

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